Dekarbonisierung durch Transparenz bei CO₂-Emissionen

Die ÖBAG will Klimaschutz in ihren Beteiligungen aktiv vorantreiben. Mit einem portfolioübergreifenden CO₂-Tracking schafft sie die Grundlage, um Fortschritte bei der Dekarbonisierung sichtbar zu machen und gezielt weiterzuentwickeln. Ziel ist es, die Emissionen im gesamten Beteiligungsportfolio spürbar zu senken – als Beitrag zur Erreichung der nationalen und europäischen Klimaziele.
 
Dabei erwartet die ÖBAG von ihren Unternehmen, dass sie den Wandel hin zu einer CO₂-armen Wirtschaft aktiv gestalten. Neben den Emissionen werden im Rahmen des portfolioübergreifenden ESG-KPI-Monitorings auch weitere Umweltfaktoren wie Energie- und Wasserverbrauch, Abfall und Recycling in den Blick genommen.
 
Mit den steigenden Anforderungen der CSRD und der Verpflichtung vieler Unternehmen zur Entwicklung von Klimatransitionsplänen gewinnt die wissenschaftlich fundierte Festlegung von Dekarbonisierungspfaden weiter an Bedeutung. Die Nachhaltigkeitsberichterstattung verlangt eine doppelte Wesentlichkeitsanalyse, die finanzielle Risiken ebenso wie Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft berücksichtigt. Damit rückt auch die Frage stärker in den Fokus, wie klimabezogene Risiken Geschäftsmodelle beeinflussen.

Die ÖBAG-Beteiligungen verfolgen ambitionierte Ziele zur Treibhausgas-Reduktion und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Klimatransition.
— Bernhard Gill

Als öffentlicher Investor interessiert sich die ÖBAG zudem dafür, wie ihre Beteiligungen am Kapitalmarkt bestehen. ESG-Ratingagenturen wie MSCI oder CDP bewerten die Nachhaltigkeitsleistung und das Risikomanagement von Unternehmen. Mit der CSRD-Berichterstattung stehen erstmals standardisierte ESG-Daten zur Verfügung. Die Rolle der Ratingagenturen verschiebt sich dadurch zunehmend von der Datenerhebung hin zur Einordnung und Vergleichbarkeit für Investoren – und bleibt damit ein wichtiger Orientierungspunkt am Finanzmarkt.

Ambitionierte Unternehmensstrategien zur CO₂-Reduktion

Alle großen Unternehmen im ÖBAG-Portfolio verfolgen ambitionierte Strategien zur CO₂-Reduktion. Besonders die börsennotierten Gesellschaften werden für ihre Maßnahmen von internationalen Ratingagenturen regelmäßig positiv bewertet. So sind mehrere ÖBAG-Unternehmen beim Carbon Disclosure Project (CDP) erfolgreich gelistet. Im aktuellen 2024er-Rating erhielten Telekom Austria, Österreichische Post und VERBUND einen Score von A-, die OMV einen Score von B.

Die OMV ist zudem das einzige österreichische Unternehmen, das in den Dow Jones Sustainability Indices vertreten ist. VERBUND veröffentlichte 2024 einen Klimatransitionsplan, der konkrete Ziele und Maßnahmen zur Treibhausgas-Reduktion bis zur Erreichung von Netto-Null-Emissionen bis 2050 festlegt. Dieser Plan wurde von der Ratingagentur Moody’s in den Bereichen Ambition, Implementierung und Governance geprüft und mit der Bestnote NZ-1 (leading) ausgezeichnet. Damit bescheinigt Moody’s VERBUND eine hohe Wahrscheinlichkeit, das Emissionsniveau zu erreichen, das für das 1,5-Grad-Celsius-Ziel erforderlich ist.

Auch die Science Based Targets Initiative (SBTi) hat die Klimastrategien der ÖBAG-Beteiligungen bestätigt. Die Telekom Austria verfolgt seit 2020 ein SBTi-konformes Emissionsziel und erhielt 2024 die SBTi-Bestätigung für ihre Netto-Null-Ziele bis 2040 – als viertes österreichisches Unternehmen mit dieser Validierung. Die Österreichische Post hatte bereits 2017 ein Ziel bei der SBTi eingereicht und ließ 2024 neue konzernweite CO₂-Reduktionsziele zur Prüfung einreichen. Diese sehen eine Senkung der Scope-1- und Scope-2-Emissionen um 45 % bis 2030 (Basisjahr 2021) sowie eine Reduktion der relevanten Scope-3-Emissionen um 25 % bis 2030 vor. Die Validierung dieser Ziele läuft derzeit. Auch die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) arbeitet an einem umfassenden Dekarbonisierungspfad, der langfristige Emissionsziele auf Basis der SBTi-Standards umfasst. VERBUND verfolgt ebenfalls wissenschaftsbasierte Klimaziele.

2024: Leichter Anstieg bei CO2-Emissionen

Die gesamtheitliche Analyse der CO₂-Emissionen im ÖBAG-Portfolio zeigt, dass die eingeleiteten Maßnahmen geeignet sind, die CO₂-Reduktionsziele konsequent zu verfolgen. Scope-1- und Scope-2-Emissionen erfassen den direkten CO₂-Ausstoß der Unternehmen, Scope-3-Emissionen gehen darüber hinaus und umfassen vor- und nachgelagerte Aktivitäten entlang der gesamten Wertschöpfungskette, einschließlich Lieferkette und Konsum. Im Jahr 2024 stiegen die Scope-1- und Scope-2-Emissionen des ÖBAG-Portfolios um rund sieben Prozent – von knapp 11.000 ktCO₂e auf etwa 11.800 ktCO₂e. Der Hauptgrund liegt in einer Berichtigung der Vorjahreswerte bei der OMV, die nun niedriger ausfällt. Solche Anpassungen sind üblich, um eine konsistente Datenbasis gemäß aktuellen Berechnungsgrundlagen sicherzustellen.

Entwicklung der CO₂-Emissionen im ÖBAG-Portfolio: Neben Scope-1- und Scope-2-Emissionen werden seit 2024 auch Scope-3-Emissionen vollständig berücksichtigt.

Bei den Gesamtemissionen (Scope 1–3) betrug der Anstieg gegenüber dem Vorjahr rund 20%. Dies resultiert vor allem daraus, dass die OMV 2024 erstmals die Scope-3-Emissionen aus Investitionen in ihre Bilanzierung einbezogen hat, diese waren zuvor nicht enthalten. Außerdem sind in den Emissionsdaten 2024 erstmals die vollständigen Emissionen der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) berücksichtigt.

Bernhard Gill

Bernhard Gill beschäftigt sich mit der beteiligungsübergreifenden Analyse des ÖBAG-Portfolios. Vor seinem Start bei der ÖBAG arbeitete er in der Unternehmensbewertung sowie in der Wirtschaftsprüfung, mit Einblicken in verschiedenste Branchen. Seine Auslandstätigkeit für das Außenwirtschaftscenter auf den Philippinen prägte sein Verständnis für globale Wirtschaftszusammenhänge.

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