Dekarbonisierung & Klimawandel: Portfolioübergreifendes CO₂-Tracking

Für die ÖBAG ist die Nachvollziehbarkeit und Messbarkeit von Veränderungen entscheidend. Mit dem CO₂-Tracking setzt die Holding im Rahmen des Beteiligungsmanagements einen wichtigen Schritt in Richtung Dekarbonisierung. Durch das portfolioübergreifende und industriespezifische CO₂-Tracking können Fortschritte gemessen und Handlungsfelder abgeleitet werden. Die weitere Reduktion von CO₂-Emissionen über das gesamte Portfolio der Beteiligungsholding ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor, um die nationalen und europäischen Klimaziele zu erreichen. Alle großen Beteiligungsunternehmen der ÖBAG weisen ambitionierte Strategien zur Reduktion von CO₂-Emissionen auf, insbesondere die börsennotierten Gesellschaften werden für diese von internationalen Ratingagenturen regelmäßig positiv beurteilt. So sind beim Carbon Disclosure Project (CDP) die ÖBAG Unternehmen Telekom Austria, Verbund, Österreichische Post und OMV erfolgreich gelistet. Im 2023er-Rating von CDP weisen alle enthaltenen ÖBAG-Unternehmen einen Score von A (Telekom Austria) oder A- (Österreichische Post, OMV, VERBUND) auf. Der VERBUND konnte sich im Vergleich zum Vorjahr (B) verbessern. Die OMV wurde für ihre Bemühungen, das Klimarisiko innerhalb der Lieferkette zu reduzieren, von CDP als Supplier Engagement Leader anerkannt und ist als einziges österreichisches Unternehmen auch in den Dow Jones Sustainability Indices enthalten. Auch die globale Science Based Targets Initiative (SBTi) bestätigte die Strategien zur Reduktion von CO₂-Emissionen. Die Telekom Austria hat seit 2020 ein SBTi-konformes Ziel zur Emissionsreduktion, die Österreichische Post hat bereits 2017 ein solches eingereicht und arbeitet seit 2022 an der Umsetzung eines weiteren Ziels. Die Bundesimmobiliengesellschaft konnte intern den Diskurs zu gebäudespezifischen Standards nach SBTi aufnehmen und arbeitet mit dem Umweltbundesamt in Anlehnung an die hohen wissenschaftlichen Standards.

Zwischen 2019 und 2023 sind die CO₂-Emissionen im ÖBAG-Beteiligungsportfolio um 34 % gesunken. Das ist ein beachtlicher Erfolg für die Industrieunternehmen. Diese leisten damit einen wesentlichen Beitrag zur Dekarbonisierung.

Bernhard Gill

Maßnahmen zeigen Wirkung

 
Wie die gesamtheitliche Betrachtung der CO₂ -Emissionen über das Portfolio der ÖBAG zeigt, sind die getroffenen Maßnahmen geeignet, das Ziel der CO₂-Reduktion konsequent zu verfolgen. Die Analyse von Scope-1- und Scope-2-Emissionen beschäftigt sich mit dem direkten Ausstoß von CO₂-Emission im Unternehmen (etwa in der Produktion oder im Fuhrpark) sowie mit dem ökologischen Fußabdruck des Energieverbrauchs. Noch weitreichender umfassen Scope-3-Emissionen die vor- und nachgelagerten Prozesse in der Wertschöpfungskette und somit weite Teile der Lieferkette und konsumbedingte Emissionen.

Eine gesamtheitliche Betrachtung der CO₂-Emissionen ist im ESG-Monitoring der ÖBAG ein besonderer Schwerpunkt. Dieser Ansatz des CO₂-Monitorings ermöglicht der Beteiligungsholding bestmöglich, die gesellschaftlichen Auswirkungen der Emissionen zu messen, um somit den Auftrag zur generationsübergreifenden Wertsteigerung sicherzustellen.
2023 deutlicher Rückgang bei CO2-Emissionen

Im Jahr 2023 konnten die meisten Beteiligungsunternehmen sowohl ihren absoluten CO₂-Ausstoß verringern als auch ihre CO₂-Intensität (Scope-1- und Scope-2-Emissionen im Verhältnis zum Umsatz) signifikant verbessern. Auf das gesamte ÖBAG-Portfolio gesehen sind die Scope 1 + 2 Emissionen von rd. 13.700 ktCO2e im Jahr 2022 auf rd. 11.900 ktCO2e im Jahr 2023 zurückgegangen, was einer Reduktion von mehr als 13 % entspricht.

Bei den Gesamtemissionen (Scope 1–3) betrug der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr rd. 7 %. Vor allem die OMV konnte ihre Emissionen signifikant reduzieren. Die aufgrund des hohen Energiepreisniveaus im Jahr 2022 massiv gestiegenen Umsatzerlöse von OMV und VERBUND führten im Vorjahr zu einer signifikanten Verbesserung bei deren CO₂-Intensität und damit auch im gesamten ÖBAG-Portfolio. Der Umsatzrückgang der OMV im Jahr 2023 führte im Umkehrschluss wieder zu einem Anstieg der CO₂-Intensität.

Bernhard Gill

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