Wien, 23. April 2026. Die Österreichische Beteiligungs AG (ÖBAG) stellt ihre Positionierung entlang der neuen Industriestrategie vor. Aufbauend auf einer erfolgreichen Evolution der vergangenen Jahre und der erstmals formulierten standortpolitischen Leitlinien des Eigentümers, setzt die ÖBAG künftig neben der nachhaltigen Wertsteigerung und einer professionellen Governance intensiver auf Innovation und die Stärke der Beteiligungsunternehmen im standortpolitischen Sinn. Dieser klare Anspruch der standortpolitischen Interessen Österreichs gegenüber der ÖBAG wird erstmal in einer eigenen Eigentümerstrategie festgelegt.
Die ÖBAG verwaltet ein Portfolio mit einem aktuellen Wert von rund 32 Milliarden Euro und hat seit 2019 deutlich mehr als acht Milliarden Euro an Dividenden an die Republik Österreich ausgeschüttet. Gleichzeitig sichern die Beteiligungen der ÖBAG rund 103.000 Arbeitsplätze und tragen maßgeblich zur Wertschöpfung und Steuerleistung in Österreich bei.
„Die ÖBAG mit ihren Beteiligungen ist ein zentraler strategischer Standortfaktor und von substanzieller Bedeutung für Wettbewerbsfähigkeit, Wohlstand und Arbeitsplätze in Österreich. Erstmals geben wir mit einer Eigentümerstrategie die klare Richtung und Erwartung vor. Gerade die aktuell herausfordernden Zeiten unterstreichen die standortpolitische Verantwortung, die die ÖBAG und ihre Beteiligungen speziell im Bereich Versorgungssicherheit hat. Gleichzeitig sollen die ÖBAG und ihre Beteiligungen Innovationsmotor für die Wirtschaft und Türöffner im Ausland sein. Damit bringen wir die ÖBAG vom reinen Dividendenbringer in eine noch aktivere Rolle“, so Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer.
„Die ÖBAG hat sich in den vergangenen vier Jahren zu einem aktiven und strategischen Beteiligungsmanager weiterentwickelt. Wir haben in dieser Zeit mehr für den Standort prägende Entscheidungen getroffen als in den zehn Jahren zuvor. Und wir haben mehr als 100 Personalentscheidungen getroffen, sachlich professionell und ohne öffentliche Diskussionen. Die ÖBAG ist als Organisation sehr gut aufgestellt. Um das volle Potential der Staatsholding zu nutzen, werden künftig – den Schwerpunkten des Wirtschaftsministers folgend – Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz des Standorts Österreich im Fokus unseres Beteiligungsmanagements stehen“, erklärt ÖBAG-CEO Edith Hlawati.
Klares Ziel & Anspruch: Standortpolitische Leitlinien bilden Basis
Die aktuelle Bundesregierung bekennt sich im Regierungsprogramm zur Weiterentwicklung der ÖBAG als industriepolitischer Backbone und zu deren Beitrag zu Wertschöpfung und Arbeitsplätzen in Österreich. Dieser klare Anspruch wird auf Initiative des Wirtschaftsministeriums in einer Eigentümerstrategie festgehalten. Die Erarbeitung erfolgte als Teil eines professionellen Prozesses, indem auch die bestehende ÖBAG-Strategie sowie die einzelnen Beteiligugsstrategien einem umfassenden Review unterzogen wurden. Diese einzelnen Strategien dienen als Handreiche für das Beteiligungsmanagement sowie die Arbeit der entsandten Aufsichtsräte.
„Die geopolitischen Herausforderungen und Verwerfungen machen auch vor der ÖBAG und ihren Beteiligungen nicht halt. Mit der Strategie verfolgen wir das klare Ziel, auf diese Veränderungen zu reagieren, klare Schwerpunkte zu definieren und Synergien innerhalb des Portfolios stärker zu nutzen.“, erklärt Hattmannsdorfer.
Basierend auf den Ergebnissen der einzelnen Strategie-Reviews sowie den Ergebnissen der Industriestrategie wurden seitens des Wirtschaftsministeriums als Eigentümervertreter fünf strategische Leitlinien als Basis vorgegeben:
- Kosteneffiziente Energieversorgung als Standortfaktor
- Stärkerer Ausbau von kritischer Infrastruktur
- Stärkung der Resilienz und wirtschaftliche Souveränität
- Fokus auf Innovation und Forschung in Schlüsseltechnologien
- Aktive Nutzung internationaler Kooperationen der Beteiligungen
Klare Strategie: Balance zwischen Rendite und Standortinteressen
Im Zentrum der ÖBAG-Strategie steht eine international bestätigte, ausgewogene Zielsetzung: die Verbindung von finanzieller Performance und standortpolitischer Verantwortung. Internationale Best-Practice-Analysen zeigen, dass erfolgreiche Staatsholdings genau diese Balance zwischen Rendite, Diversifizierung des Staatsvermögens und der Sicherung von Arbeitsplätzen sowie Schlüsselindustrien verfolgen.
„Unser Auftrag ist zweifach: Wir müssen wirtschaftlich erfolgreich sein und gleichzeitig einen messbaren Beitrag für den Standort leisten. Diese Balance ist kein Widerspruch, sondern unser strategischer Kern“, so Hlawati.
Die Strategie basiert auf drei zentralen Säulen:
- Langfristige Wertsteigerung und Sicherung des Staatsvermögens
- Nachhaltige finanzielle Performance der Beteiligungen
- Gezielte Stärkung von Innovation, Forschung und wirtschaftlicher Souveränität
ÖBAG als Innovationsmotor: Fokus auf Zukunftstechnologien
Ein besonderer, portfolioübergreifender Schwerpunkt der weiterentwickelten strategischen Ausrichtung liegt auf der aktiven Förderung von Zukunftstechnologien. Mit mehreren Leuchtturmprojekten will die ÖBAG gemeinsam mit ihren Beteiligungen Innovation gezielt vorantreiben.
Im Bereich Künstliche Intelligenz entsteht eine österreichweit einzigartige Austauschplattform, die Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Start-ups vernetzt und praxisorientierte Anwendungen beschleunigt. Ergänzt wird diese durch den Aufbau eines Innovationsökosystems mit Universitäten und Forschungsinstitutionen.
„Innovation entsteht dort, wo Zusammenarbeit gelingt. Wir schaffen gezielt Plattformen, auf denen unsere Beteiligungen gemeinsam mit Forschung und Start-ups neue Lösungen entwickeln werden – insbesondere im Bereich der Künstlichen Intelligenz“, erklärt Hlawati.
Versorgungssicherheit & Resilienz: Energie, Digitalisierung und Infrastruktur im Fokus
Ein weiterer strategischer Schwerpunkt liegt auf der Energiezukunft Österreichs. Die ÖBAG setzt über die Beteiligungsunternehmen VERBUND und OMV auf den Ausbau bei der Nutzung heimischer Energiequellen, insbesondere Wasser-, Wind- und Solarenergie, sowie auf moderne Speichertechnologien. Ebenso wie die Erschließung neuer Rohstoffpotenziale im In- und Ausland sowie die Diversifizierung der Lieferbeziehungen. Ziel ist eine langfristig stabile und kosteneffiziente Energieversorgung bei gleichzeitig steigender Versorgungssicherheit.
Parallel dazu wird gemeinsam mit der Telekom Austria der Aufbau einer „European Cloud made in Austria“ vorangetrieben. Damit soll eine unabhängige digitale Infrastruktur mit hohen europäischen Datenschutzstandards geschaffen werden. Auch im Bereich der kritischen Infrastruktur verfolgt die ÖBAG über ihre Beteiligungen eine klare Linie: Der Ausbau von Stromnetzen, Logistiksystemen und regionaler Infrastruktur soll die wirtschaftliche Resilienz stärken und die Versorgungssicherheit – auch im ländlichen Raum – langfristig gewährleisten.
„Gerade in geopolitisch unsicheren Zeiten zeigt sich, wie wichtig resiliente Strukturen sind. Unsere Beteiligungen leisten hier einen zentralen Beitrag – von Energie über digitale Infrastruktur bis hin zur Logistik“, so Hlawati.
Investitionen in den Standort und internationale Vernetzung
Die ÖBAG will auch ihre internationale Vernetzung noch stärker nutzen. Die Beteiligungen sind bereits in 38 Ländern aktiv und eröffnen damit Zugang zu globalen Märkten und Partnerschaften. Geplant ist, dieses Netzwerk gezielt für neue Kooperationen, Investitionen und Innovationsprojekte zur Stärkung des Standorts Österreich zu nutzen – sowohl im Ausland als auch im Inland. Die langjährigen Beziehungen der OMV mit den Vereinigten Arabischen Emiraten zeigen, dass dies funktioniert und dazu beiträgt, heimische Unternehmen zu internationalisieren bzw. Österreich als Standort für Investitionen bekannter zu machen.
„Wir stehen an einem Wendepunkt: Die Rolle staatlicher Beteiligungen hat sich weltweit verändert. Es geht nicht nur um Verwaltung, sondern um aktives Gestalten. Die ÖBAG steht bereit, diese Rolle verantwortungsvoll und noch stärker zu übernehmen“, so Hlawati.
Mit ihrer strategischen Ausrichtung im Rahmen der Industriestrategie positioniert sich die ÖBAG als moderner, international agierender staatlicher Investor. Ziel ist es, langfristig Wert für die Republik zu schaffen und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit, Innovationskraft und Resilienz des Wirtschaftsstandorts Österreich nachhaltig zu stärken.
„Unser Anspruch ist es, wirtschaftlichen Erfolg und gesellschaftliche Verantwortung miteinander zu verbinden. Die ÖBAG soll ein Motor für Zukunftsinvestitionen sein – im Interesse Österreichs“, so Hlawati abschließend.